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Modul "eHR und Geschäftsmodell-Innovation" im Master Arbeits- und Personalmanagement

Personalarbeit verändert sich gerade grundlegend – von einer administrativ geprägten Funktion zu einem datengetriebenen, strategischen Feld. Algorithmen entscheiden mit darüber, wer eingestellt, befördert oder gefördert wird; Plattformen steuern Arbeit in Echtzeit; KI-Systeme analysieren Texte, Stimmen und Verhalten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Fairness, Transparenz und evidenzbasiertes Entscheiden – und der rechtliche Rahmen aus EU AI Act, EU-Plattformarbeitsrichtlinie, DSGVO und Mitbestimmung wird enger.

Das Modul „eHR und Geschäftsmodell-Innovation" befähigt Sie, in dieser neuen Realität souverän zu handeln: HR-Technologie zu verstehen, Daten klug zu nutzen und aus Erkenntnissen einen tragfähigen Business Case zu bauen.

Worum geht es im Kern?

Das Modul verbindet theoretisches Fundament mit unmittelbarer Anwendung – und ist deshalb in zwei Phasen aufgebaut.

Theorie-Phase: Hier entsteht das methodische Rüstzeug: die Evolution von HR-Informationssystemen, algorithmische Kontrolle und Macht in der HR-Arbeit, Evidence-Based Management, Hypothesenbildung sowie der saubere Umgang mit Daten, Fairness und Bias. Der Weg führt weg vom Bauchgefühl hin zur belastbaren Faktenbasis.

Praxis-Phase: Hier wird die moderne Toolwelt greifbar: In Gruppen bearbeiten Sie reale HR-Use-Cases, modellieren Daten, setzen generative KI gezielt ein und entwickeln daraus einen Business Case mit Pitch-Deck. Das Ziel ist nicht die Ausbildung von Data Scientists, sondern von HR-Professionals, die mit modernen Werkzeugen schneller, skalierbarer und unabhängiger arbeiten.

So schließt sich der Bogen von der Datenanalyse bis zur Geschäftsmodell- und Innovationsfrage: Wie wird aus einer HR-Erkenntnis ein Vorschlag, der im 15-Minuten-Slot der Geschäftsleitung trägt?

Was macht dieses Modul besonders?

  • Zwei Perspektiven, ein roter Faden. Wissenschaftliche Fundierung trifft auf gelebte Praxis – getragen von einem forschungsnahen Hochschullehrer und einem Praktiker aus der angewandten HR-Tech-Welt.
  • GenAI als Arbeitswerkzeug, nicht als Tabu. Sie experimentieren offen mit Werkzeugen wie Gemini, ChatGPT und Claude – und lernen, ihren Einsatz transparent zu dokumentieren und kritisch einzuordnen.
  • Niedrigschwelliger Tech-Stack. Gearbeitet wird bewusst mit frei verfügbaren Tools (Google Sheets, Looker Studio, make.com), sodass Sie das Gelernte ohne hohe Lizenzkosten direkt in Ihren Berufsalltag übertragen können. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
  • Vom Datenpunkt zum Geschäftswert. Anhand realer Fallbeispiele lernen Sie, Analysen in Entscheidungen, Business Cases und Innovationsimpulse zu übersetzen – statt bei der Auswertung stehenzubleiben.

Was nehmen Sie mit?

Nach Abschluss des Moduls können Sie

  • die KI-Landkarte im HR souverän lesen – verstehen, wie HR-Informationssysteme und algorithmische Tools funktionieren, wo ihre Grenzen liegen, und Anbieter-Versprechen kritisch entschlüsseln,
  • algorithmische Macht analysieren – erkennen, wo Algorithmen mitentscheiden, und Kontrolle, Haftung und Mitbestimmung sauber einordnen,
  • Entscheidungen auf Daten statt Bauchgefühl bauen – belastbare Hypothesen formulieren, Korrelation von Kausalität trennen und HR-Kennzahlen kritisch prüfen,
  • Fairness und Bias operationalisieren – die zentralen Trade-offs kennen und Ihre Organisation vor Reputations- und Rechtsrisiken schützen,
  • einen HR-Business-Case entwickeln – von der Problemdefinition über das Datenmodell bis zum überzeugenden Pitch,
  • generative KI als HR-Werkzeug beherrschen – moderne Tools zielgerichtet und reflektiert einsetzen, ohne in die typischen Fallen zu laufen.

Warum lohnt sich dieses Modul?

In einer datengetriebenen Arbeitswelt entscheidet die Fähigkeit, HR-Daten klug und verantwortungsvoll zu nutzen, zunehmend über den strategischen Einfluss von HR. Wer Daten erheben, interpretieren, rechtlich einordnen und ihre Bedeutung verständlich machen kann – und dabei moderne KI-Werkzeuge souverän einsetzt –, gestaltet Strategie aktiv mit, statt sie nur zu begleiten.

Das Modul gibt Ihnen dafür das methodische Rüstzeug, die rechtlich-ethische Orientierung und die praktische Werkzeugkompetenz. Sie verlassen es mit der Fähigkeit, fundierte, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und die Zukunft des Personalmanagements aktiv mitzugestalten.


Über den Dozenten

Prof. Dr. Kai Reinhardt lehrt Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Personal und Organisation an der HTW Berlin und begleitet als Strategieberater Unternehmen bei digitalen Transformations- und Organisationsentwicklungsprozessen. Er ist Autor des Lehrbuchs „Digitale Transformation der Organisation. Grundlagen, Praktiken und Praxisbeispiele der digitalen Unternehmensentwicklung" (Springer Gabler), das aktuell in überarbeiteter Neuauflage erscheint, sowie Mitautor des Standardwerks „Kompetenzmanagement in der Praxis".